Mai/Juli 2015
Navigationszentrale

Der Markt für Navigationselektronik entwickelt sich zur Zeit revolutionär. Fast jeden Tag neue Anwendungen.

Ich lege meinen Focus auf folgendes:

Der Mann/die Frau am Ruder soll die ureigenen Sinne einsetzen:

Schauen, hören, wahrnehmen, reagieren.

Die wichtigsten Daten sind heute schon am Ruderstand, mit der 1998 (MiTas Geburtsjahr) von B&G verbauten Datentechnik :

- Richtung,
- Geschwindigkeit,
- Tiefe,
- Windstärke und -richtung
und sogar Wassertemperatur.

In der Navigationsecke laufen alle Informationen zusammen:

- Navigation mit elektronischer Seekarte,
- AIS Signale andere Schiffe in die Seekarte projeziert,
- Radar Signale ebenfalls in die Seekarte projeziert,
- Wetterdaten,
- Navtex, UKW und Kurzwellenfunk. (Später auch Satellitentechnik)

Hier wird die Navigationstrategie gemacht und kontrolliert. Auch und gerade anhand von Papierseekarten und Eintragungen.

Jetzt das Sahnehäubchen:

Alle Daten und Informationen werden via WLAN an i-phone und i-pad gesendet und sind dort jederzeit abrufbar und somit an jeder Stelle auf dem Schiff...

Die Andreoid-Welt habe ich nicht zufriedenstellend einbinden können. Deshalb wird das alte Tablett sozusagen Aktenordner.
Auf ihm sind alle Bedienungs- und Betriebsanleitungen, Nautische Handbücher und Checklisten per pdf hinterlegt und einsehbar.
Die mittlerweile 5 DIN A 4 Ordner mit den Print-Unterlagen können sicher verstaut werden.

Die Verdahtung ist ausgeklügelt und eingebaut. Und vielleicht gelingt es mir auch noch, den Autopiloten anzuschliessen...

Ja, mag zwar gelingen, aber es entschieden: Nein. Das würde möglicherweise die Sinne konterkarieren. Im Bett liegend den Autopiloten bedienen... Nein. Es muss einer auf der "Brücke" sein, wenn Gustav der Autopilot steuert. Gustav kann zwar hervorragend steuern, aber er hat noch keine Sinne für Untiefen, Hindernisse und vorfahrtsberechtigte andere Schiffe. Das ist die Pflicht des Rudergängers!

Die verbaute Technik:

- B&G Zeuss Touch

- shipmodul Multiplexer

- uraltes Aldinotebook

- iPad mini

- UKW Seefunk mit AIS Empfang

- Navtex Empfänger

- altes Radar (muss noch gegen ein digitales ausgetauscht werden)

- unser tägliches iPhone.

Die Seekarten und das vorläufige Endergebnis:

Auf dem B&G Plotter ist open seamap ausprobiert. Läuft stabil. AIS Daten vom Funkgerät werden präzise angezeigt. Im Standby-Modus funktioniert die "Datenverarbeitung" auch noch. Das spart Strom, wenn der Bildschirm aus bleiben kann. (+++)

Das Notebook nutz die vom NV Verlag die digitalisierten Seekarten. Via USB kein Problem. (++)

Die App vom NV Verlag bindet die über Wlan zur Verfügung gestellten Daten (GPS, AIS) nicht zufriedenstellend ein. Es kommt immer wieder zu Unterbrechungen. (--)

Zusätzlich sind auf dem iPad die Apps iSailor und iNavX getestet worden:

iNavX ist gut für alle möglichen Zahlenanzeigen (Instrumente). Kartenmaterial nicht installiert. Aber: Es muss jedesmal das Wlan konfiguriert werden. (-)

iSailor ist spitze. App aufrufen, kostengünstige Seekarten von Transsat, automatische Verbindung mit Boots-Wlan und in weniger als 1 Minute sind alle Daten (GPS, AIS, Kompass, Geschwindigkeit) auf dem Bildschirm. (++++)

Ebenfalls die zuvor per Internet geladenen Strömungsdaten. Und ein hinterlegter Katalog zeigt die Kennungen der Leuchtfeuer an. Und die Nachtansicht ist einfach übersichtlich.

Damit ist diese Anwendung einfach nur eine klasse Unterstützung zur entspannten Navigation. (+++++)

MiTas Standort im Hafen (GPS) und Dorotheas Position und Fahrtrichtung (AIS)

Die Nachtansicht: Auf das Wesentliche und Wichtige beschränkt. Einschließlich hinterlegter und geöffneter Leuchtfeuerkennung.